Kamera Kaufberatung: Welche Kamera passt zu mir?

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Als Fotograf werde ich sehr oft gefragt, welche Kamera ich empfehlen kann.



Der Kauf einer Digitalkamera ist gar nicht so einfach. Ich erkläre dir, in diesem Blog worauf du beim Kamerakauf achten musst.

 
 


„Welche Kamera soll ich kaufen?“

Eine Digitalkamera zu kaufen ist keine leichte Entscheidung, schließlich ist der Kameramarkt riesig. Bei der Entscheidung, welche Kamera du kaufen sollst, ist der geplante Verwendungszweck sicher einer der wichtigsten Aspekte.

 

Verwendungszweck


Der Verwendungszweck der Kamera ist für die Entscheidung, in welche Richtung ich gehen möchte essenziell wichtig. Die Frage, die du dir stellen solltest: Was möchte ich, wo mit der Kamera fotografieren?

Es macht einen Unterschied, ob du nur im Studio fotografierst oder ob du bei Wandertouren eine Kamera dabeihaben möchtest. Bei der Studiofotografie spielt die Größe und das Gewicht einer Kamera keine Rolle, aber auf Reisen oder beim Sport hat das doch Relevanz.










"Was möchte ich, wo mit der Kamera fotografieren?"

 

Fällt deine Entscheidung auf eine Bridge Kamera oder Kompaktkamera, gibt es einzelne Einschränkungen, auf die du achten solltest. Hier ist besonders darauf zu achten, dass du im Nachhinein das fixe Objektiv nicht gegen eine andere Brennweite tauschen kannst.

Es gibt vier wesentliche Arten von Digitalkameras, deren Vor- und Nachteile ich dir kurz aufzeigen möchte:

• Spiegelreflexkameras
• Spiegellose Systemkameras
• Bridge Kameras
• Kompaktkameras

Aktuell fotografiere ich mit Spiegelreflexkameras von Canon (Vollformatsensor - Canon 5D MkIV und Canon 6D) und Spiegellosen Systemkameras von FujiFilm (APS-C Sensor - X-Pro 3).

 

Spiegelreflexkameras

Digitale Spiegelreflexkameras (kurz: DSLRs) sind die Königsklasse der Kameras. Sie haben unzählige Einstellmöglichkeiten und die Objektive einer DSLR können gewechselt werden. Digitale Spiegelreflexkameras liefern im Normalfall eine hervorragende Bildqualität.

Aktuell arbeite ich mit Spiegelreflexkameras von Canon und habe diverse Objektive von Canon, Sigma und Tamron.

Vorteile einer Spiegelreflexkamera

• Optischer Sucher
• Hervorragende Bildqualität
• Große Anzahl an verfügbaren Objektiven
• Vielfältige, manuelle Einstellmöglichkeiten
• Akkulaufzeit

Nachteile einer Spiegelreflexkamera

• Größe und Gewicht
• Grundwissen für die wesentlichen Einstellmöglichkeiten notwendig

 

Spiegellose Systemkameras

Spiegellose Systemkameras haben sich in den letzten Jahren sehr etabliert und haben eine große Fangemeinde. Alle großen Hersteller bieten mittlerweile passende Kameras an.

Die spiegellosen Kameras kombinieren die Vorteile von Spiegelreflexkameras durch eine deutlich geringere Baugröße. Durch den Wegfall des Spiegels können die Kameras kompakter gebaut werden. Das hat zufolge, dass man auf den optischen Sucher verzichten muss, jedoch wird er in den meisten Fällen durch einen elektronischen Sucher ersetzt.

 

Das Fotografieren mit einem elektronischen Sucher ist etwas anders als mit einem optischen Sucher. Die ersten elektronischen Sucher waren sehr gewöhnungsbedürftig, da die Auflösung gering war und es zu Verzögerungen beim Wiedergeben des Bildes im Sucher geführt hat. Jedoch hat sich die Technik in den letzten Jahren deutlich verbessert. Der Sucher von der X-Pro 3 ist kaum noch vom optischen Sucher zu unterscheiden. Aus diesem Grund hat es bei mir mit dem ersten Kauf einer spiegellosen Systemkamera auch etwas länger gedauert. Beim Fotografieren möchte ich nicht durch technische Mängel einer Kamera abgelenkt werden.

Vorteile einer spiegellosen Systemkamera

• Im Sucher sehe ich das fertige Bild
• Manuelle Einstellmöglichkeiten
• Hervorragende Bildqualität
• Wechselbare Objektive
• Geringere Größe und geringeres Gewicht im Vergleich zu DSLRs

Nachteile einer spiegellosen Systemkamera

• Höherer Akkuverbrauch
• Geringere Auswahl an Objektiven im Vergleich zu DSLRs
• Hochwertige Objektive sind noch immer sehr groß

 


Bridge Kameras

Bridge Kameras sind als Brücke zwischen Spiegelreflexkameras / Spiegellosen Systemkameras und kleinen Kompaktkameras zu verstehen. Sie vereinen Merkmale aus beiden Welten. Die Objektive bei diesen Kameras sind fix verbaut, jedoch besitzen sie einen sehr großen optischen Zoom-Bereich.

Mit einer Bridge Kamera habe ich die ersten Schritte in der Fotografie gemacht.

Vorteile einer Bridge Kamera

• Geringere Größe und geringeres Gewicht
• Großer optischer Zoombereich
• Guter Kompromiss zwischen einfacher Bedienung und manuellen Einstellmöglichkeiten

Nachteile einer Bridge Kamera

• Keine Wechselobjektive
• Abstriche in der Bildqualität im Vergleich zu DSLRs und spiegellosen Systemkameras bei bestimmten Einsatzszenarien (z. B. wenig Licht, wenig Tiefenschärfe)

 
 

Kompaktkameras

Der große Vorteil einer kompakten Kamera ist natürlich die minimale Größe und das marginale Gewicht. Aus meiner Sicht werden die Kompaktkameras von Smartphone-Kameras weitgehend verdrängt. Die Smartphone-Kameras sind hier fast auf Augenhöhe mit den Kompaktkameras und bieten für die Zwecke mehr Flexibilität und eine gleichwertige Bildqualität.

Vorteile einer Kompaktkamera

• Geringes Gewicht
• Geringe Größe

Nachteile einer Kompaktkamera

• Keine Wechselobjektive
• Einschränkungen in der Bildqualität

Welcher Sensor ist der Richtige für mich?

Der Sensor bestimmt maßgeblich die Bildqualität / Bildlook und ist das Herzstück der Kamera. Am Markt sind unterschiedliche Sensoren in unterschiedlichen Größen verbreitet. Unten findest du eine kurze Auflistung in größer werdender Folge.

Folgende Sensoren sind am Markt zu finden:

• 1/2,3″ Sensor in Smartphones und Actionkameras
• 1″ Sensor in premium Kompaktkameras oder Drohnenkameras
• Micro Four Thirds (MFT) Sensor in kleineren Systemkameras
• APS-C Sensor in vielen mittelgroßen Systemkameras
• Vollformat Sensor oft in größeren Profi-Systemkameras
• Mittelformat Sensor in sehr großen Profi-Kameras

Ein größerer Sensor bietet in den meisten Fällen eine bessere Bildqualität z.B. in dunklen Umgebungen und einen schöneren Bildlook. Bei wenig Licht habe ich ein besseres Rauschverhalten und bei offener Blende mehr Tiefenunschärfe bzw. ein chremiges Bokeh. Desto größer der Sensor, umso teurer wird auch das ganze Equipment und dadurch steigt auch die Größe und das Gewicht vom gesamten System.










"Das Herzstück jeder Digitalkamera ist der Bildsensor!"


Wie viele Megapixel brauche ich?

Ich empfehle 20 – 30 Megapixel Sensoren egal ob APS-C oder Vollformat. Mit diesen Anforderungen bin ich bis jetzt gut ausgekommen. Mehr Megapixel haben einen Nachteil, man benötigt mehr Speicherplatz und mehr Rechenleistung in der Nachbearbeitung.


Soll ich das Objektiv gleich zur Kamera dazu kaufen?

Viele Kameras werden oft in einem sogenannten „Kit Paket“ mit einem passenden Objektiv zusammen verkauft. Hier handelt es sich meistens um recht einfache und flexible Objektive für Standardsituationen. Diese Objektive sind in den meisten Fällen nicht schlecht und für Anfänger mehr als ausreichend. Fortgeschrittene sollten sich mehr Zeit nehmen und genau überlegen wo der Verwendungszweck vom Objektiv liegt. Grundsätzlich sollte man wissen, dass für die Bildqualität das Objektiv verantwortlich ist. Bei einer Budgetplanung solltest du in Betracht ziehen, mehr Geld für ein Objektiv auszugeben und im Zweifelsfall eher Abstriche bei der Kamera zu machen.

 
 


Mein Fazit

Der Kauf einer Digitalkamera ist gar nicht so einfach und ich hoffe, ich konnte euch hier bei eurer Entscheidung helfen. Wenn du Fragen hast oder dir unschlüssig bist, welche Kamera du nehmen sollst, dann schreib mir einfach in den Kommentaren.

 
 


Quellenangabe: pixabay.com, Canon, FujiFilm

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